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Schöne, aber auch strube Zeiten - die abwechslungsreiche Hotel-Geschichte

Eduard Cattani, der Erbauer des Hotels Europe, wurde 1841 in Engelberg geboren. Als guter Schüler erlernte er als Freifach nebst dem Klavierspiel die französische Sprache, was ihm später, als Hotelier, sehr zugutekam. Später reiste er nach England und erlernte auch die englische Sprache.

Bereits vor seinem 20. Geburtstag übernahm er zusammen mit seiner Mutter die Leitung des Hotels Engel. Kaum 22-jährig, begann er 1863 mit dem Bau eines grösseren Hotels, dem Hotel Titlis, das zwei Jahre später eröffnet wurde und infolge zweier weiterer Erweiterungen das grösste Hotel in Engelberg wurde.

Cattani engagierte sich auch politisch und bekleidete im Laufe seines Lebens verschiedene politische Ämter. 1896/97 konnte er mit dem Bau der Kuranstalt beginnen, welche 1898 eröffnet wurde. Der Bau hatte grosse Dimensionen, weswegen die Kuranstalt im Dorf bald als Kleinversailles bezeichnet wurde.

Weil die Kuranstalt im Winter nicht beheizbar war, erwarb Cattani 1901 das Grundstück, auf dem das Hotel des Alpes stand und errichtete an dessen Stelle das Grand Hotel Winterhaus, der heutige Europäischer Hof Hotel Europe. Wahrscheinlich wurde das Hotel bereits auf die Wintersaison 1904/05 hin eröffnet. Zusammen mit der Kuranstalt waren die beiden Hotels die luxuriösesten Engelbergs.

Noch vor der offiziellen Eröffnung der Kuranstalt liess Eduard Cattani ein Werbeprospekt in England verbreiten. Bei der Eröffnung besass die Kuranstalt die modernsten, zur damaligen Zeit erhältlichen Einrichtungen für Kurbäder. Sie überraschte die Menschen ebenfalls mit zwei mehrstöckigen Eingangshallen, mehreren Personenaufzügen, einem Lesesaal, nebst dem Restaurant mit einem Café und mit weiteren schönen Einrichtungen.

Mit der Eröffnung des Grand Hotels, welches ebenfalls so eingerichtet war, kam eine Wende für Engelberg. War Engelberg bis anhin nur ein Sommerkurort, begann nun der Wintersport. Ausser Ski fuhr man mit Schlitten und veranstaltete Bobrennen, und vor dem Hotel wurde der Kurpark zu einem riesigen Eislaufplatz umfunktioniert.

Eduard Cattani starb nach kurzer Krankheit am 20. September 1908. Seine Geschäfte hatte er aber bereits 1905 seinen Söhnen anvertraut, die es nun unter dem Namen Cattani AG weiterführten. Der Ruf als Wintersportort konkurrenzierte den Ruf als Sommerkurort immer mehr, sehr zum Leidwesen der Kuranstalt. Während dem Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 diente die Kuranstalt zusammen mit dem Grand Hotel als Flüchtlingsunterkunft.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen erholte sich Engelberg. Bergbahnen und weitere sportliche Einrichtungen wurden gebaut. Da die Kurbäder veraltet und nicht mehr auf dem neusten Stand waren, wurde die Kuranstalt vernachlässigt. Das Grand Hotel aber wurde laufend für die neuen sportlichen Bedürfnisse modernisiert. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. Dank den neuen sportlichen Einrichtungen konnte Engelberg während dieser schwierigen Zeit etwas bessere Besucherfrequenzen verzeichnen als während dem Ersten Weltkrieg. Dennoch war es für die Kuranstalt zu spät. Mit dem Zusammenbruch der Cattani AG, anfangs der 1950er Jahre, bekam man es im Kurverein mit der Angst zu tun. Wenn die Kuranstalt nun abgerissen werden sollte, würden an deren Stelle – und im Kurpark – Chalets gebaut, und Engelberg wäre damit seines Kurparks ein für allemal beraubt. Deshalb wurde die Kuranstalt vom Kurverein gekauft, abgerissen und so der Kurpark erweitert.

Nachdem das Hotel mehr als 30 Jahre unter der Führung der EGK Wiesbaden stand,  wurde das Hotel Europäischer Hof im Jahr 1988 zum Verkauf angeboten. Herr Dr. Leibrecht aus Deutschland, ein Liebhaber traditionsreicher Bauwerke, liess sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen und übernahm noch im gleichen Jahr alle Eigentumsrechte. Im Jahre 1991 gab es eine Namensänderung. Der bisher gültige Name Hotel Europäischer Hof wurde zu Europäischer Hof Hotel Europe erweitert.

Der fünfgeschossige Europäischer Hof Hotel Europe ist ein bedeutendes Bauwerk aus der grossen Tourismuszeit um die Jahrhundertwende. Charakteristisch sind die historischen Formen und die konsequente Anwendung des Jugendstils. Markant sind die beiden Erker mit den Kuppeldächern.

Der Jugendstil lässt sich hauptsächlich an den Balkongeländern und der Fenstergestaltung bewundern. Im Innern des Hotels beeindrucken die Eingangshalle und der Speisesaal, die in ihrem ursprünglichen Zustand belassen wurden. Auch das Treppenhaus und die Decke im Aufenthaltsraum wurden nicht verändert, im Gegensatz zu den Hotelzimmern, die teilweise erneuert wurden. Die Fassade wurde 1990 unter der Aufsicht der kantonalen Denkmalpflege einer sorgfältigen Renovation unterzogen.

Quelle: Europäischer Hof Hotel Europe



Belle Epoque und Jugendstil

Belle Epoque (frz. für "schöne Epoche", "schöne Zeit") ist die Bezeichnung für eine Zeitspanne von etwa 30 Jahren um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, hauptsächlich in Europa. Die genaue Datierung ist nicht verbindlich geregelt. Meist wird der Abschnitt von 1885 bis 1914, also bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs genannt.

Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff Belle Epoque die von allgemeiner Hochstimmung geprägte Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts, aber stilistisch betrachtet beginnt sie schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, als einige Künstler anfingen, eine neue Formensprache zu entwickeln, die mit der Stillosigkeit der vorangegangenen Jahrzehnte aufräumte: Der Jugendstil war geboren. Toulouse-Lautrec malte Bälle im Moulin Rouge, die oberen Zehntausend entdeckten den Automobilsport, Tennis und Radfahren.

Die Belle Epoque ereignete sich im Wesentlichen auf den Boulevards der Metropolen, in den Cafés und Cabarets, den Ateliers und Galerien, den Konzertsälen und Salons. Getragen von einem mittleren und gehobenen Bürgertum, das von den technischen und wirtschaftlichen Fortschritten am meisten profitiert hatte. In diesem besonderen historischen Rahmen konnten sich Kunst und Kultur, auch eine Kultur der unbeschwerten, öffentlichen Unterhaltung, besonders intensiv und vielfältig weiterentwickeln. Das vor allem hat der Epoche ihren glänzenden Namen gegeben.

Quelle: Wikipedia und Reine des Centfeuilles
 

 


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